Wandboard

Sheeva hat einen Nachfolger bekommen: es ist ein Wandboard. Der erste Eindruck: das Ding kommt liebevoll verpackt, die Pappschachtel ziert das Wandboard-Logo, die Seiten sind mit den Pin-Belegungen der Platine verziert, alles macht einen echt netten Eindruck. Auspacken, Aufbauen, Ubuntu aufspielen – alles völlig problemlos und in wenigen Minuten erledigt.
Der zweite Eindruck:
root@wandboard:~# time echo "scale=5000; a(1)*4" | bc -l > /dev/null
real 2m16.782s
root@sheeva:~# time echo "scale=5000; a(1)*4" | bc -l > /dev/null
real 2m6.163s
Das Ding ist ja langsamer als sein Vorgänger. Ein leichter Anflug von Enttäuschung…

Konfiguration soll fast genau wie beim Sheeva sein: sslh multiplexer für den Zugriff von aussen, owncloud, dns/dhcp. Dazu kommt jetzt noch imap, tiny rss und munin.

Um es gleich vorweg zu nehmen: die erste Enttäuschung ist längst vorbei, die Zahlen oben stimmen schon, aber es sind halt 4 CPUs da – es ist zwar nie schnell, aber es steht auch nie. Auf der Kommandozeile kann man flüssig tippen, Webseiten laden ganz ordentlich. Zusammen mit den 2GB Memory konnte ich dadurch lighttp durch apache, sqlite durch mysql ersetzen. Ist schon ein gewisser Komfortgewinn – letztere kommen meist schon vorkonfiguriert, das spart doch einiges an Arbeit.

sslh

Das entspricht im Wesentlichen meiner vorigen Beschreibung. Aufpassen muss man vor allem beim apachen: Zugriff von aussen per sslh sehen im apachen immer wie Zugriffe von localhost aus. Wenn man also (nicht ganz unüblich) den apachen so konfiguriert, dass er im Heimnetz alles erlaubt und nur von aussen Passwörter verlangt oder blockiert – dann hebelt sslh diesen Schutz aus.

Owncloud

Muss man nichts mehr zu sagen, Installation (das Ubuntu-Paket) und Betrieb sind ja inzwischen völlig problemfrei. Auch dank apache und mysql (mit lighttpd+ssl und sqlite war es doch etwas hakelig).

Imap

Auch hier den dovecot von Ubuntu installiert. Einzige Anpassung: ich habe von pam auf lokale user-db umgestellt. Das Email-Passwort hinterlegt man ja doch in jedem Email-Programm, mit einem ssh-passwort gehe ich dann doch etwas pfleglicher um. Und so haben Imap-User/Passwörter halt nichts mit den shell accounts zu tun.

DNS/DHCP

Hier wieder dnsmasq in der gleichen Konfiguration wie auf Sheeva. Hat sich bewährt, der dhcp-server soll ja weiterhin den ghost wecken sobald ein Mediaplayer eingeschaltet wird.

Munin

Endlich mal was Neues. Auf sheeva habe ich so eine Art Monitoring mit ein paar Scripten gebastelt. Nun gibt es eine echte Lösung. Auch hier einfach die Ubuntu-Standard-Installation genommen, einzige Anpassung ist das Monitoring des ghost über die FritzBox:

ghostmon_py-week

Sonstiges

Tiny rss läuft noch nicht. Dafür habe ich jetzt endlich die UPS ans Monitoring gehängt. Gut zu wissen: wenn ghost läuft habe ich so um die 17min, wenn nicht sind es entspannte 35min.

Speicherauslastung ist entspannt:

memory-week

(zum Vergleich: der Sheeva hat 512MB).

Ein paar USB-Temperaturfühler habe ich hier noch rumliegen, die muss ich noch anschliessen. Aber wandboard hat auch einen internen Fühler:

temperature-week

Wie man deutlich sieht, steht mein Arbeitszimmer unter der Woche ungeheizt rum – und auch die CPU ist nicht wirklich gefordert. Es sind also noch Resourcen frei, da wird mir sicher noch was einfallen…

Watchdog

 

 

 

 

 

 

Das Problem

Irgendetwas lässt den Server einfrieren. Beim Versuch in den suspend zu gehen, bleibt die Machine einfach stehen. Nicht immer, eher selten. Aber lästig: passiert das am ersten Tag des Urlaubs, gibt es in der Zeit halt keine Aufnahmen. Und die Kiste zieht dann den vollen Strom. Fürs Nichtstun.

Klar wäre es schön, die Ursache zu finden. Bis dahin gibt es halt den Watchdog.

Die Lösung

Sie naht (nach langem Warten) in Form der FRITZ!DECT 200. Die Steckdose lässt sich über die Fritzbox schalten und der aktuelle Stromverbrauch abfragen:

fritz30 Watt für einen ordentlichen Dual-Core mit DVB-T und DVB-S2 Empfängern und 7 Platten ist doch nicht schlecht?

Damit konnte ich das Problem lösen: Zieht der Server über eine gewisse Zeit ordentlich Strom und lässt sich dabei nicht anpingen – dann ist er halt tot und wird rebootet. Die Skripte dazu habe ich auf https://github.com/valpo/fritzbox gepackt.

Der aufmerksame Leser wird es gemerkt haben: die verschlüsselten Platten überstehen das natürlich nicht, will heissen die sind ja nach einem Reboot nicht automatisch wieder da. Also musste ich den VDR auf eine neue Platte packen. Für TV-Aufnahmen brauche ich auch nicht unbedingt Verschlüsselung.

Das Ganze läuft seit 2 Wochen problemlos. Bin ja auf den nächsten Urlaub gespannt…

VDR streaming

Mit dem streamdev plugin kann der VDR auch streamen, damit kann man Fernsehen wo immer man will – solange man irgendwie Zugriff aufs Netz hat. Leider nur theoretisch: einen passenden Client für Android habe ich noch nicht gefunden. VLC auf dem PC funktioniert wunderbar, unter der URL http://:3000/TS/ kann man sich den Stream holen. Eine Liste aller channels findet sich unter http://:3000/channels.html.

VLC für Android funktioniert leider noch nicht nicht, dabei wäre das gerade fürs Tablet wunderbar.